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Archäologische Institute Österreichs und Deutschlands kooperieren

in News-Ticker 20.11.2011 15:16
von Natty • 61 Beiträge

Archäologische Institute Österreichs und Deutschlands kooperieren

Rolle der Technologie für Erforschung und Erhaltung kultureller Zeugnisse aus der Vergangenheit betont

Wien - Das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI) und sein deutsches Pendant DAI haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet: Die Bündelung der Kräfte soll beiden die Durchführung teurer "High-Tech-Archäologie" erleichtern. Die Leiterin des ÖAI, Sabine Ladstätter, verspricht sich dadurch vor allem einen verbesserten Einsatz von Ressourcen, wie etwa die gemeinsame Nutzung von Forschungsinfrastruktur, die Verbesserung des Archivwesens, die Zunahme an gemeinsam entwickelten Forschungsprojekten und eine verbesserte Förderung von Jungforschern. Der Zusammenschluss soll aber nicht zu einer "deutschsprachigen Forschungsinsel" führen, sondern die Institute zunehmend in den europäischen Forschungsraum integrieren, so Ladstätter am Freitag bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit ihrer deutschen Kollegin.

Archäologie im 21. Jahrhundert

DAI-Präsidentin Friederike Fless sieht einen internationalen Trend zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Das sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Archäologie mit Hilfe neuer Methoden "zunehmend komplexere Fragen" über das Leben der Menschen beantworten könne. "Grabungen sind heute oft High-Tech-Unternehmen", so Fless, die auf die Möglichkeiten verwies, die sich durch Isotopen- oder Baumringanalysen etwa für die genaue Datierung von Fundstücken ergeben würden. Wenn man Forschung auf diesem Niveau betreiben wolle, sei man auf Zusammenarbeit angewiesen, da "sich ein einziges Land das oft gar nicht leisten kann".

Auch hinsichtlich der Einwerbung von Mitteln aus Fördertöpfen könnten sich durch die Kooperation Vorteile ergeben, sind sich die beiden Wissenschafterinnen einig. Von der steigenden Internationalität und dem zunehmenden Austausch zwischen den Instituten würde aber auch der wissenschaftliche Nachwuchs profitieren.

Eine zentrale Frage für die Archäologie sei es, wie man Forschungsergebnisse am besten archiviert. Fless betonte, dass man Probleme bei der Sicherung digitaler Daten gemeinsam in Angriff nehmen wolle. Die Lesbarkeit vieler Daten sei oft nicht mehr gegeben. Es ginge deshalb darum, neue Zugänge zur Archivierung digitaler Daten voranzutreiben. Die Digitalisierung könne zu einer weiteren Vernetzung führen, da Daten von überall her einsehbar würden, so Ladstätter. Es ginge hier um den "Erhalt von Kulturgütern", die man auf diesem Weg auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen möchte.

Pläne

In naher Zukunft wollen sich die beiden Institute vor allem bei ihren Großausgrabungen in der Türkei unterstützen. In Ephesos wird unter der Leitung des ÖAI gegraben, in Pergamon forscht das DAI. Man will hier großflächige Landschaftsrekonstruktionen gemeinsam durchführen. Im ägyptischen Assuan sind Kooperationen im Rahmen eines Stadtarchäologie-Projekts geplant. Angedacht wurde auch die Durchführung einer gemeinsamen Tagung, die sich Zugängen zum Erhalt von Kulturgütern widmen soll. (APA/red)

Link:
Östereichisches Archäologisches Institut


Quelle: Der Standart


ARCHÄOLOGEN: Graben Leichen für Geld aus.

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