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Holzhaus aus der Steinzeit

in News-Ticker 14.08.2010 22:26
von gaggii • Administratorin | 162 Beiträge

Mehr als 10.500 Jahre als sind die Überreste eines Gebäudes, die britische Archäologen entdeckt haben. Damit wäre es das älteste Haus der Insel - und Jahrtausende älter als Stonehenge.

Britische Archäologen haben die Reste eines Hauses aus der Steinzeit entdeckt. Das vermutlich das älteste Gebäude Großbritanniens stammt aus der Zeit um 8500 vor Christus und ist damit tausende Jahre älter als das berühmte Weltkulturerbe Stonehenge. Das Rundhaus, das sich unweit der Ausgrabungsstätte Star Carr im Nordosten Englands befindet, soll 200 bis 500 Jahre lang bewohnt worden sein.

Sesshafte Jäger und Sammler
Die Forscher vermuten, dass das Anwesen, unmittelbar nach der letzten Eiszeit Jägern und Sammlern als Unterkunft diente. Die Einwohner sollen von einem Landstrich zugezogen sein, der jetzt unter der Meeresoberfläche der Nordsee liegt. "Das ist eine sensationelle Entdeckung. Sie sagt uns enorm viel über die Menschen, die hier einmal gelebt haben", sagt die Archäologin Nicky Milner, die zu einem Expertenteam der Universität York gehört, das zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Manchester an den seit mehreren Jahren dauernden Ausgrabungen beteiligt ist.

Beispielsweise werde deutlich, dass die Menschen in dieser Zeit nicht wie bisher angenommen ständig auf der Wanderschaft gewesen seien. Im Gegenteil, sie hätten größere Anwesen gebaut und seien wesentlich sesshafter und fortschrittlicher gewesen, als bisher geglaubt.

Belege für Holzhandwerk
Untersuchungen zufolge war das Rundhaus etwa 3.5 Meter breit. Es bestand aus Holzpfählen und hatte vermutlich ein Schilfdach. Experten gehen davon aus, dass an der historischen Stätte noch weitere Häuser erbaut wurden. Zudem lassen Fundstücke, etwa die Teile eines Ruders, Pfeilspitzen und Hirschschädel, Rückschlüsse auf die Lebensweise der Siedler zu. So könnten sie Haustiere gehalten, nach Wildtieren gejagt, in dem nahe gelegenen See gefischt und rituelle Zeremonien abgehalten haben.

Die Forscher legten außerdem einen 11.000 Jahre alten Baumstamm frei, dessen Rinde noch unbeschädigt war. Am Ufer des ehemaligen Sees fanden sie auch eine historische Anlegestelle - möglicher Beleg der ersten Holzhandwerksarbeiten auf dem europäischen Kontinent.

Der britische Wissenschaftsminister David Willetts bezeichnete die Entdeckung als bahnbrechend. "Der Fund stellt auf faszinierende Weise die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen der Neu- und Steinzeit heraus und wird unsere Vorstellungen für immer verändern", sagte er.


Quelle: http://www.stern.de/wissen/mensch/archae...m_campaign=alle


Nichts ist haltbarer als ein gut gegrabenes Loch!

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